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Katie Holmes, Paul Haggis

VANITY FAIR, Larry Busacca/Getty Images

Paul Haggis, Regisseur von L.A. Crash, hat der umstrittenen Church of Scientology vor einigen Jahren den Rücken gekehrt und ist daher auch gewillt, sich zu der Geschichte, die in der neuen Vanity Fair erschien, zu äußern. Das Magazin berichtete, dass die Sekte ein Casting mit einem weiblichen Mitglied namens Naz Boniadi durchgeführt hätte, bei dem sie auf ihre Tauglichkeit als potenzielle Freundin von Tom Cruise getestet wurde, bevor dieser letztendlich mit Katie Holmes zusammenkam.

Haggis' Kommentare waren recht aufschlussreich.

Der Oscar-Gewinner schrieb eine E-Mail an Showbiz 411, die am vergangenen Sonntag veröffentlicht wurde. Darin bestätigte er, dass er Boniadi vor drei Jahren kennenlernte, als er Anschuldigungen gegen Scientology erhob und bevor er aus der Gemeinde austrat.

"Naz wollte nicht, dass das [Casting] publik gemacht wird, also sagte ich nichts darüber", schrieb Haggis. "Ich fand es jedoch sehr beunruhigend, dass die ranghöchsten Mitglieder so leichtfertig das Benutzen eines Mitgliedes rechtfertigten. Dass man sie so mitleidslos bestrafte und sie dann effektiv zum Schweigen brachte, als alles vorbei war. Es waren nicht nur die Drohungen, sie sorgten dafür, dass sie sich schämte, und es konnte nur deshalb so weit kommen, weil sie Vertrauen hatte." Die Tatsache, dass die Führung einer Glaubensgemeinschaft so einfach eines ihrer Mitglieder benutzen, es so bestrafen könne und so effektiv zum Schweigen bringen, die habe ihn sehr beunruhigt. Sie sei nur ein Beispiel davon, wie Menschen Angst hätten, offen zu sprechen. Er hoffe sehr, dass der Starfaktor hier Aufmerksamkeit bewirken könne. Auch wenn es nicht die Sorte Publicity sei, die diese talentierte Schauspielerin sich gewünscht hätte.

Eine Sprecherin der Sekte, Karin Pouw, schickte eine Presseerklärung an E! News, in der sie die Anschuldigungen als "Schwachsinn" bezeichnete.

"Es gab nie ein Projekt, geheim oder nicht geheim, dass dem Zweck diente, eine Braut für ein Mitglied zu finden. Die Anschuldigungen in der Vanity Fair sind freie Erfindung." 

Des Weiteren bezeichnete sie Haggis als einen "Abtrünnigen", der "falsche Schlagzeilen aufgreift, um seinen früheren Glauben niederzumachen."

Der besagte Artikel sorgte für Gesprächsstoff, weil darin behauptet wurde, dass Boniadi mit dem Superstar von November 2004 bis Januar 2005 zusammen gewesen und sogar kurzzeitig bei ihm gewohnt hätte. Angezettelt habe das Ganze Shelly Miscavige, die Frau des Scientology-Führeres David Miscavige, die Boniadi ausgewählt habe. Weiterhin wurde berichtet, man hätte von der im Iran geborenen Schauspielerin verlangt, dass sie sich im Vorfeld von ihrer Zahnspange, den roten Strähnchen und von ihrem Freund trenne und selbstverständlich auch einen Vertraulichkeitsregelung mit der Sekte unterzeichne.

Nachdem die Beziehung in die Brüche gegangen war, soll die am Boden zerstörte Boniadi einem Freund davon erzählt haben, der dies wiederum an Scientology weitergab. Daraufhin soll man sie damit bestraft haben, dass sie mit einer Zahnbürste Toiletten schrubben und Fließen mit Säure säubern musste und mitten in der Nacht Löcher graben musste.

Haggis fügte noch hinzu: "Ich habe einige Leute getroffen, die sehr schlecht behandelt werden, aber zu viel Angst haben, dies zu äußern. Diese Geschichte erregt deshalb so viel Aufsehen, weil die Menschen von Promis so fasziniert sind. Die meisten Geschichten handeln von gewöhnlichen Leuten, die letztendlich niemanden interessieren würden. Sie leben in Angst, weil sie sich vor Strafen fürchten, gesetzlicher finanzieller oder persönlicher Art. Einige dieser Leute sind sogar prominent."

Der Filmemacher bekundete seine Unterstützung für Boniadi, die die Sekte vor einigen Jahren verließ und nun Aushängeschild für Amnesty International ist:

"Naz hat keinen Grund, sich zu schämen. Sie ist nicht nur eine talentierte Schauspielerin, die ihre Karriere noch vor sich hat, sie setzt sich auch für Menschenrechte ein und ist ein netter, gutherziger Mensch. Sie wollte niemals mit der Geschichte in den Medien landen, da dies aber nun passiert ist, wird sie sich sicher genauso würdevoll zeigen, wie in ihrem täglichen Leben."

FOTOS: Tom & Katie: So fing alles an