2008 Toronto International Film Fest (logo)

Toronto International Film Festival

Warum sich mit einem Krieg herumschlagen, wenn's auch lustig geht.

Das scheint das inoffizielle Motto des diesjährigen Toronto International Film Festivals zu sein, das sich im Vergleich zum Vorjahr, als vornehmlich Irak-Kriegsfilme auf dem Programm standen, in einem deutlich heitereren Licht zeigt.

“In den Jahren, als die Komödien ihre größten Erfolge feierten, wie beispielsweise in den 30ern, durchlebten die Amerikaner gerade eine Wirtschaftskrise und einen Krieg. Dennoch oder gerade deswegen lachen die Menschen gerne“, so der Kodirektor des Festivals, das heute begann und noch bis zum 13. September läuft. 

Für Lachnummern sollen Kevin Smiths Zack and Miri Make a Porno, mit Seth Rogen und Elizabeth Banks in den Hauptrollen, sowie der Spionagefilm der Coen-Brüder Burn After Reading, mit George Clooney und Brad Pitt sorgen. Außerdem der satirische Dokumentarfilm Religulous von Bill Maher und dem Seinfeld-Borat Autor und Regisseur Larry Charles, sowie die übersinnliche Komödie Ghost Town, mit Ricky Gervais, Greg Kinnear und Téa Leoni (die nicht an dem Event teilnehmen wird, um Fragen über ihren Gatten David Duchovny, der sich wegen seiner Sexsucht im Entzug befindet, zu vermeiden).

Die Komödien überlassen die Deutschen freilich gerne Hollywood. Die 36 Produktionen, mit denen Deutschland beim Festival vertreten ist, sind überwiegend dem dramatischen Fach zuzuordnen.

Der Film Krabat von Marco Kreuzpaitner, der auf dem Jugendbuch von Ottried Preußler beruht, und in dem u.a. Daniel Brühl zu sehen ist, feiert auf dem Festival seine Welturaufführung. Auch bei Im Winter ein Jahr von Caroline Link mit Karoline Herfurth, Josef Bierbichler und Corinna Harfouch in den Hauptrollen, handelt es sich um eine Weltpremiere. Besonders nenneswert sind außerdem noch das Zweiter-Weltkrieg-Drama Ein Leben für ein Leben (engl: Adam Resurrected) von Paul Schrader, der neben William Dafoe und Jeff Goldblum auch Moritz Bleibtreu, Juliane Köhler und Veronica Ferres zeigt, und Jericho von Christian Petzold mit Benno Führmann und Nina Hoss, der bereits vor wenigen Tagen in Venedig Premiere feierte.

Das größte, dem Publikum frei zugängliche Filmfestival der Welt wird in diesem Jahr mehr als 500 Filmstars anziehen, 312 Filme aus 64 Ländern vorstellen und ungefähr 350.000 Tickets an die kinoverrückten Einwohner der Stadt verkaufen.

Zum diesjährigen Aufgebot der Hollywoodstars, die sich auf dem roten Teppich präsentieren werden gehören Pitt, Matt Damon, Keira Knightley, Jennifer Aniston, Tim Robbins, David Schwimmer, Charlize Theron, Queen Latifah, Mark Ruffalo, Edward Norton, Rachel Weisz, Spike Lee, Rachel McAdams, Colin Farrell, John Malkovich, Michael Caine, Guy Ritchie und zur Freude aller Teenies, Zac Efron.

Von deutscher Seite werden u.a. die Regisseure Caroline Link und Christian Petzold erwartet.

Obwohl dieses Jahr mehr Länder repräsentiert sind - u.a. zum ersten Mal ein Beitrag von den Bahamas - werden insgesamt 40 Filme weniger vorgestellt als im Vorjahr.

Der Grund? Die großen, komerziellen Produktionen werden den kleinern vorgezogen.

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