Johnny Depp

Lester Cohen/WireImage.com

Nur Johnny Depp war heißer als der Großbrand, der den ganzen Tage über den Bereich um das Gibson Amphitheatre stillgelegt hatte.

Der allseits beliebte Schauspieler wurde mit einer schallenden Standing Ovation gefeiert, als er für seinen Gewinn in der Kategorie „Best Comedic Performance“ die Bühne betrat. Es war bereits der dritte Gewinn für seine Rolle als Captain Jack Sparrow. Die Jubelraufe waren kaum geringer, als Depp erneut auf die Bühne kam und als „Best Villain“ für Sweeney Todd ausgezeichnet wurde.

“Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich zu dieser Ehre komme, denn ihr könnt jeden fragen - ich bin eigentlich kein lustiger Mensch“, sagte ein frisch rasierter Depp, nachdem er den ersten Award des Abends entgegengenommen hatte.

Und später: “Zwei Auszeichnungen an einem Abend, das ist ja verrückt. Wow…Ich muss mich bei all denjenigen bedanken, die für mich gestimmt haben. Das ist wirklich eine große Ehre, danke, dass ihr immer zu mir gehalten habt… Ich bin im Moment etwas sprachlos, doch vielen Dank dafür.“

 

Als ob sich die Leute, die statt Juno und Superbad Transformers (wir haben uns schon gewundert, warum die Kamera so häufig auf Michael Bay gerichtet wurde) zum „Best Movie“ gewählt haben, sich um Depps Redefertigkeiten kümmern würden.

Bis auf das fieberhafte Ausblenden von Schimpfwörtern ging das „Wähle-deinen-Liebling-Ruhmesfest“ reibungslos über die Bühne. Der Großteil des Dramas hatte mit dem Brand in den Universal Studios schon stattgefunden. Doch obwohl die Luft noch vernebelt war und schwer versengt roch, putzten sich die Stars, allen voran Sarah Jessica Parker, Charlize Theron, Lindsay Lohan, Steve Carell, Anne Hathaway, Dwayne "The Rock" Johnson, Sean Combs, Brendan Fraser sowie Paris Hilton und Benji Madden für ihren Auftritt auf dem goldenen Teppich heraus.

Depp war jedoch in der dritten Kategorie, in der er nominiert war, nicht erfolgreich. Die Trophäe „Best Male Performance“ ging an Will Smith für seine Rolle als Isolationist in dem Sci-Fi-Hit I Am Legend.

“Ich habe mich dazu verpflichtet im Leben Dinge zu tun und zu erschaffen, die außergewöhnlich sind“, sagte Smith. „Ich habe mich dazu verpflichtet, alles was ich im Leben anfange, besser zu machen…Dieser Film war schwierig. Ich war eine Stunde lang ganz alleine auf dem Bildschirm zu sehen, und ihr habt ihn euch trotzdem angeschaut. Vielen Dank.“

Der Preis „Best Female Performance“ ging an das It-Girl Ellen Page, von der man eigentlich behaupten könnte, dass sie im dritten Trimester ihres Durchbruchjahres ist.

Adam Sandler

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Tom Cruise wurde dazu erkoren den diesjährigen Gewinner des MTV Generation Awards zu ehren, den Mann, der sich „in Drew Barrymore verliebte, Jack Nicholson anschrie“ und „eine magische Fernbedienung” besaß: Adam Sandler.

“Er befreite uns von der Annahme, dass es uncool ist, alte Menschen zu verprügeln…und lehrte uns, wie man Hanukkah mit Gin-Tonics feiert“, erinnerte uns Cruise, der die lange Ansprache mit ernster Miene vortrug.

“Danke, Leute, dass war witzig, das Arroganteste, was ich jemals gemacht habe“, sagte der Komiker Sandler, nachdem er seine eigene Version von "Nobody Does It Better" zum Besten gab. „Ich bin für alles dankbar, was über die Jahre hinweg passiert ist…Ein Dankeschön an euch alle, dass ihr mir gegenüber immer so cool seid.“

 

Der perfekt gestylte Hairspray-Star Zac Efron, der mit Vanessa Hudgens, seiner Freundin in High School Musical und im wahren Leben anwesend war, gewann als „Best Newcomer“. „Ich liebe dich, Zacky“, schrie seine Schauspielkollegin Nikki Blonsky von ihrem Sitzplatz aus.

Die Awards für „Best Kiss“ und „Best Fight“ gingen jeweils an Paare, die noch keinen großen Bekanntheitsgrad genießen, was sich allerdings ändern könnte, wenn man an ihr Aussehen und die Chemie zwischen ihnen denkt.

Die Step Up to the Streets-Kostars Briana Evigan und Robert Hoffman lieferten dem Publikum die für die Gewinner des besten Kusses übliche Knutscherei (die war allerdings nicht so gut wie die von Will Ferrell und Sacha Baron Cohen im letzten Jahr), und die Gegner der besten Kampfszene Sean Faris und Cam Gigandet machten einen auf liebenswerte Jungs, als sie ihre Trophäen für ihre Kampfkünste in The Fighters entgegennahmen.

“Danke, Oma, dass du 5 Millionen Mal für mich gestimmt hast”, sagte Faris.

Nach Sarah Silvermans Angriff auf Paris im letzten Jahr war es wahrscheinlich fast zwangsläufig so, dass dieses Jahr alles harmloser erschien, aber Mike Myers war auch größtenteils ein sehr friedfertiger Moderator.

"No Country for Old Balls" als drittbester Porno-Titel basierend auf den Filmen aus dem Jahre 2007, war zugegebenermaßen einen Lacher wert, doch drüber hinaus bestand die Parodie hauptsächlich aus einer müden Anspielung auf Tila Tequilas Bisexualität.

Ebenso wie beim American Idol-Finale, lieferten die Tropic Thunder-Co-Stars Ben Stiller, Jack Black und Robert Downey Jr. eine der witzigsten Nummern des Abends. Der Sketch, in dem sie eine mit Viren infizierte Videokampagne planen, endet damit, dass Downey Black mehrmals zwischen die Beine tritt, während er einen Iron Man-Helm in der Hand hält.

 

Robert Downey Jr.

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Obwohl wir mehr als zwei Hände benötigen würden, um die Jokes, die unter die Gürtellinie gingen, zu zählen und Megan Fox am Ende der Show versprach, dass Transformers 2 „arschgeil“ werden würde, war MTV offenbar nicht bereit, während einer der größten Live-Übertragungen des Jahres die Grenzen zu überschreiten.

Die Kameras wurden sofort von Nahaufnahmen zu Vogelperspektiven gestellt, als die Pineapple Express-Co-Stars Seth Rogen und James Franco, um ihre neue Kiffer-Komödie zu promoten, etwas auspackten, was nach einer riesigen Tüte Marihuana aussah, und anschließend begannen, einen Joint zu rauchen, der, wie sie dem Publikum versicherten, vollkommen unecht und keineswegs „gutes Zeug“ gewesen sei.

Für diesen Sketch, der, wie Franco später verriet, von MTV sanktioniert wurde, gab es nur vereinzelt Gelächter, doch das Ganze wurde richtig merkwürdig, als das Duo den Award für „Best Sommer Movie“ an den Regisseur von Iron Man, Jon Favreau und seinen mit eigenen Drogenproblemen behafteten Hauptdarsteller, aushändigten.

“Danke, Jungs, für die berauschende Einführung”, sagte ein amüsierter Downey bei der Entgegennahme des golden Popcorns.

Die komplette Liste 2008 MTV Movie Awards Gewinner:

Best Movie: Transformers

Best Male Performance: Will Smith, I Am Legend

Best Female Performance: Ellen Page, Juno

Best Villain: Johnny Depp, Sweeney Todd

Best Comedic Performance: Johnny Depp, Pirates of the Caribbean: At World's End

Best Fight: Sean Faris vs. Cam Gigandet, Never Back Down

Best Kiss: Briana Evigan and Robert Hoffman, Step Up 2 the Streets

Breakthrough Performance: Zac Efron, Hairspray

Best Summer Movie bis jetzt: Iron Man

MTV Generation Award: Adam Sandler

 

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