Die besten (und schlechtesten) Oscar-Momente
Michael Yada/ABC
Bester Auftritt: Selbst mit der etwas verzwungenen „abgespeckten“ Version der Oscars (aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage) bot Hugh Jackman eine tolle Eröffnungsnummer dar, die uns vergessen ließ, dass man dieses Mal keinen Komiker engagiert hatte. Er präsentierte sich mit Talent und Humor, kurzum: Jackman hat das toll gemacht.
Bester Seitenhieb auf Brangelina: Jackman lenkte die Aufmerksamkeit auf Brad Pitt und Angelina Jolie, bevor er sagte: "Ich habe keinen Witz auf Lager, der die beiden betrifft, aber ich wurde vertraglich darauf festgelegt, die beiden fünf Mal in der Sendung zu erwähnen."
Beste Reaktion: Jolie, die von ihrem Co-Star aus Kung Fu Panda, Jack Black, der gemeinsam mit dieser Schauspielerin aus Friends auf der Bühne stand, total verzaubert schien.
Beste Paarung: Wer auch immer auf die Idee kam, Daniel Craig und Sarah Jessica Parker gemeinsam auf die Bühne zu schicken, verdient ein dickes Lob.
Der Witz, den der Rest der Welt wahrscheinlich nicht verstanden hat: Ben Stillers verrückte Imitation vom super-behaarten Joaquin Phoenix war zwar lustig, aber ein Insider-Joke, mit dem sich der Rest der Welt wohl schwer tut.
Rührseligster Moment: Als Heath Ledgers Familie seinen Award in Empfang nahm.
Größter Showstopper: Der Drahtseiltänzer Philippe Petit, um den sich der Dokumentarfilm Man on Wire dreht, balancierte einen Oscar auf seinem Kinn, während eine Milliarde Menschen zuschaute und sich fragte, ob er gleich runterfallen würde. Doch für einen Mann, der einmal 45 Minuten damit verbrachte, zwischen den Türmen des World Trade Centers zu balancieren, ist so etwas vermutlich keine große Sache.
Beste Erleuchtung: Der Slumdog Millionär-Komponist und Songtexter A.R. Rahman beendete jeden seiner Gewinne mit einer wohlüberlegten Bemerkung über Gott oder dem Streben nach Glück. Und wie Sie sicherlich bemerkt haben, hat er mehr als einmal gewonnen...
Schlechteste Inszenierung: Der Entschluss, die Kamera während des "In Memoriam"-Segments um Queen Latifah zu führen, erschwerte es zu erkennen, wessen man gedachte, was doch eigentlich der Sinn der Sache war.
Beste Reden: Es gab einige hervorragende Reden, hier unserer Favoriten:
„Ich bin an einem Ort namens Alcobendas aufgewachsen, wo so etwas nicht als realistischer Traum betrachtet wurde. Und jedes Mal am Abend der Academy Awards blieb ich wach, um mir die Show anzuschauen und ich dachte immer, dass diese Zeremonie ein Moment der Einheit für die Welt bedeutete, denn Kunst in jeder Form ist und wird auch weiterhin unsere universelle Sprache sein und wir sollten alles dafür tun, sie am Leben zu erhalten“—Penelope Cruz, Gewinnerin in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ für Vicki Christina Barcelona
“Ich bin in Ostdeutschland aufgewachsen und Westdeutschland schien schon eine Ewigkeit weg, aber Hollywood?“ -Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Jochen Alexander Freydank, der für den besten Kurzfilm (Spielzeugland) ausgezeichnet wurde.
„Als ich 13 war, bin ich mit meiner wundervollen Mutter und meinem Vater aus einem konservativen Mormonen-Haushalt in San Antonio, Texas nach Kalifornien gezogen und dort habe ich die Geschichte von Harvey Milk gehört. Und sie hat mir Hoffnung gemacht. Sie ließ mich hoffen, dass ich mein Leben leben kann, sie ließ mich hoffen, dass ich mein Leben eines Tages offen leben kann, als derjenige der ich wirklich bin und dass ich mich sogar verlieben und eines Tages heiraten könnte.“—Dustin Lance Black, Gewinner für das Drehbuch von Milk
„Mein ganzes Leben lang hatte ich die Wahl zwischen Hass und Liebe. Ich habe die Liebe gewählt. Und ich bin hier. Gott segne euch."—Der Komponist A.R. Rahman, der seinen Award für den besten Song entgegennahm.
„Ihr Kommunisten liebende, Schwule liebende Teufelskerle. Das habe ich nicht erwartet und ich möchte euch ganz klar sagen, dass ich weiß, wie schwer ich es euch öfters mache mich anzuerkennen."—Sean Penn, der seinen Award als bester Hauptdarsteller für Milk entgegennahm
„Ich habe jemanden vergessen. Den Kerl, der den Tanz am Ende des Films choreografierte. Er heißt Longenus, und ich habe vergessen ihn im Abspann aufzuführen, was ich erst vor ungefähr zwei Wochen herausgefunden habe. Ich bin ein Idiot und ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen dafür, Longenus. Vielen Dank."—Danny Boyle, der sich für seinen Gewinn als bester Regisseur für Slumdog Millionär dankbar zeigte
"Domo arigato, Mr. Roboto" – Kunio Kato, Gewinner für den besten animierten Kurzfilm
Größtes Gemotze: Also, die Art und Weise, wie die Schauspielpreise ausgehändigt wurden, gefiel uns gar nicht. Die Lobesreden, die von fünf ehemaligen Gewinnern auf die derzeitig Nominierten gehalten wurden, waren voller sentimentaler, rührseliger Gefühle, die für die Gewinnerrede aufgespart werden sollten. Das war einfach zu viel des Guten.
Zweitgrößtes Gemotze: Die Show, die ein schnelles Tempo vorlegte, fuhr sich in der letzten halben Stunde völlig fest und ließ dadurch alle großen Awards nicht als Highlight erscheinen. Und so etwas will doch niemand sehen, oder?
Unvergesslichster Moment: Abgesehen von unseren Beschwerden, finden wir, dass Hugh Jackmans meisterhafte Moderation die größte Überraschung des Abends war. Doch das ist unsere Meinung. Was meinen Sie?