Paul Haggis kehrt Scientology den Rücken
AP Photo/ Jennifer Graylock
Der oscargekrönte Drehbuchautor und Regisseur Paul Haggis (Crash, Million Dollar Baby, Casino Royale) hat sich nach einer 35-jährigen stillen Mitgliedschaft jetzt in aller Öffentlichkeit von Scientology getrennt.
Er ist zwar nicht der berühmteste Celebrity-Angehörige der Organisation, dafür wird er aber zweifelsohne als ihr berüchtigtster Geschichte schreiben, aufgrund seiner im Internet verbreiteten Rücktrittserklärung an den Scientology-Sprecher Tommy Davis. (Das Schreiben wurde als erstes auf dem Blog des ehemaligen Scientologen Marty Rathbun veröffentlicht, der dessen Echtheit bestätigte.)
In dem Schreiben erklärt Haggis die Gründe für seinen Ausstieg, die sich auf drei unüberbrückbare Streitpunkte zurückzuführen lassen.
Die Weigerung der Organisation, sich gegen die „Proposition 8" auszusprechen oder eine ihrer Kirchen davon abzuhalten, diese zu unterstützen. Bei der "Proposition 8" handelte es sich um einen Volksentscheid in Kalifornien, der ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Verfassung festschrieb. Damit befürworte Scientology in Haggis' Augen „Bigotterie und Intoleranz, Homophobie und Angst".
Ferner sagte Haggis, Davis habe Schmierkampagne gegen ehemalige Mitglieder der Organisation geführt.
Was das Fass für den Regisseur aber offenbar endgültig zum Überlaufen brachte, war, dass die Kirche Haggis' Frau dazu aufgefordert hätte, sich von ihren Eltern, durch die sie zu Scientology gekommen war, „loszulösen". Haggis' Frau wurde nahe gelegt, sämtliche Kontakte zu ihren Eltern abzubrechen, wegen etwas "völlig Trivialem", das diese sich angeblich vor 25 Jahren zuschulden kommen ließen.
Des Weiteren sagte Haggis, dass während die "überwiegende Mehrheit" der Scientologen, die er kenne, wahrhaft gute Menschen seien, einige nun vielleicht nicht mehr mit ihm in assoziiert werden oder mit ihm zusammenarbeiten wollten (seine IMDB-Seite wird sich vermutlich von sämtlichen Tom Cruise- oder John Travolta-Projekten verabschieden müssen), doch dass es eine Entscheidung gewesen wäre, die er treffen musste.
"Ich bin letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht länger Teil dieser Gruppe sein kann… hiermit trete ich von meiner Mitgliedschaft bei Scientology zurück", schloss er seine Erklärung.





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