Brüno: Homosexuelle bitten um Änderungen
Universal
Es steht außer Zweifel: Sacha Baron Cohen nutzt jeden negativen homosexuellen Stereotyp für seine Kreation, den österreichischen Modejournalisten Bruno, den er auftreiben kann.
Der schräge Schwule hat jede Menge wilden Sex, kleidet sich in einem Hauch von S&M-Ensembles und steht auf Swarovski-Kristalle.
Ist es da verwunderlich, dass ein großer Teil der homosexuellen Bevölkerung Hollywoods den Film Brüno eher beleidigend als lustig findet?
Dabei bleibt die Frage offen, ob Brüno das Publikum dazu bringen wird, über Schwule zu lachen oder mit ihnen...
Die US-Organisation GLAAD (dt.: Allianz Schwuler und Lesben gegen Diffamierung), macht sich so große Sorgen über Cohens Darstellung von Homosexualität, dass sie das produzierende Studio Universal Pictures bat, am Ende von Brüno einen Hinweis von Cohen einfügen, der die Rechte von Homosexuellen unterstützt und zu Toleranz aufruft.
Diese Bitte wurde abgelehnt. "Wir haben bezüglich dieses Films sehr gemischte Gefühle", sagte Rashad Robinson, Senior-Direktor von GLAADs Medienprogrammen. "Diejenigen unter uns, die sich den Film ansahen, waren sich darüber einig, dass man den Film nicht als Gesamtwerk kritisieren kann. Es handelt sich mehr um 90 Minuten individueller Sketche. Manche sind witzig und passend, andere schaden der homosexuellen Gemeinschaft.
Universal verkündete in einer Presseerklärung, dass Brüno eine Herausforderung sein soll: "Brüno benutzt provokative Comedy, um auf die Intoleranz und Ignoranz vieler Leute aufmerksam zu machen, und das schließt Homophobie mit ein."
Wirklich?
In einer Szene sind Brüno und ein sexueller Partner in einem Hotelzimmer mit Ketten gefesselt und sie tragen nichts weiter als ein paar Stringtangas. Des Weiteren sieht man eine Abdeckplane mit Kotflecken und ein paar Wüstenrennmäuse in einer Schublade, berichtet der Hollywood-Blog The Wrap.
Robinson sagte, dass GLAAD auch ein Problem mit der Szene habe, in der Bruno bei einer Talkshow auftaucht, um über seine Adoption eines afrikanischen Babys zu reden. Die Gruppe fordert, dass ein Foto in dieser Szene rausgeschnitten wird, auf dem man ein Baby sieht, das mit zwei Männern im Whirlpool sitzt, die miteinander Sex haben.
"Mit solchen Fotos entblößt man keine Stereotypen, im Gegenteil, man verstärkt sie", sagte Robinson. "Ich saß hinten im Saal, als der Film einem Test-Pubikum vorgestellt wurde, und ich hatte oft das Gefühl, dass man über uns lacht."
Brüno läuft am 09. Juli in den deutschen Kinos an.





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