Majel Barrett Roddenberry, die Schauspielerin, die den meisten als Ehefrau und später als Witwe des Star Trek-Schöpfers Gene Roddenberry bekannt ist, verstarb am Donnerstag in ihrem Haus in Bel Air, Kalifornien. Roddenberry.com berichtet, die Todesursache sei Leukämie gewesen.

Als Schauspielerin war sie unter dem Namen Majel Barrett gelistet. Die von Natur aus dunkelhaarige Roddenberry spielte Dr. McCoys blonde Assistentin Schwester Chapel in der Original-Serie, die von 1966-1969 in den USA lief. Sie war auch die Stimme des USS Enterprise-Computer - eine Aufgabe, die sie in allen relevanten Nachfolgewerke fortführte, unter anderem auch in J.J. Abrams' neuestem Star Trek-Film. 

Diese Rollen waren zwar wichtig, aber Roddenberry hätte um ein Haar fast noch eine viel größere gespielt.

Im Original Star Trek–Pilotfilm, der 1964 gedreht wurde, war Roddenberry Nummer Eins unter den Offizieren der Enterprise, nach dem damaligen Captain Christopher Pike (gespielt von Jeffrey Hunter). Nummer Eins war smart, kompetent, rein zufälliger Weise eine Frau und dazu noch brünette. Die damaligen Verantwortlichen beim Sender NBC waren allerdings nicht davon angetan - aber, um ehrlich zu sein, waren sie auch nicht gerade begeistert von dem seltsam aussehenden Typ mit den spitzen Ohren.

Um die Serie ins Programm zu bekommen, ging Gene Roddenberry einen Kompromiss ein und verzichtete auf Nummer Eins. Er ließ sie jedoch die Rolle der Schwester Chapel spielen, die um einiges kleiner war und heiratete die Schauspielerin im Dezember 1969. Um den Kreis zu schließen, sollten wir noch hinzufügen, dass die Position der Nummer Eins an den Typen mit den komischen Ohren ging, Mr. Spock (Leonard Nimoy). 

Majel Barrett Roddenberry ließ Schwester Chapel für den Film Star Trek aus dem Jahr 1979 und Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart aus dem Jahr 1986 wieder aufleben. Sie spielte außerdem die Rolle der Mutter von Counselor Deanna Troi in Star Trek: Die nächste Generation.

Gene Roddenberry starb 1991 im Alter von 70 Jahren.

Nach seinem Dahinscheiden half Majel Barrett Roddenberry, eines der weiteren Projekte ihres Mannes zu verwirklichen: Die Serie Earth: Final Conflict, die von 1997 – 2002 in den USA lief. An der Weiterentwicklung von Star Trek war sie allerdings nicht beteiligt.

"Gene verkaufte seine Star Trek-Rechte vor fast 20 Jahren", erzählte sie SciFiDimensions.com 2000. "Deshalb fragen sie nach nichts und ich habe auch nicht damit zu tun. Sie laden mich manchmal zu ihren Partys ein. Aber ich war in den letzten zwei Jahren nicht mehr dort."

Roddenberry freute sich über das digitale Remastering der Original-Serie und auch über Abrams' Film, da sie beide als eine Hommage an das Werk ihres Mannes verstand.

"Es ist doch schön, dass die Leute immer noch einen neuen Star Trek–Film sehen wollen", erzählte sie The Hollywood Reporter 2006.

In einer Presseerklärung auf Roddenberry.com bemerkte ihr Sohn Eugene Roddenberry Jr., dass seine Mutter es sehr zu schätzen wüsste, dass die Fans Star Trek nun bereits über 40 Jahre lang die Treue hielten. 

"Sie tat alles für die Fans und die Fans liebten sie dafür", sagte er. "Deshalb machte sie all die Jahre weiter, nachdem mein Vater gestorben war."

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