Quentin Tarantino

Paul Fenton/ZUMAPress.com

Diese Woche sickerten Ausschnitte des Drehbuchs von Quentin Tarantinos neuestem Film Inglorious Bastards an die Presse durch. Sie lösten bereits jetzt eine Kontroverse aus, die leicht Ausmaße erreichen könnte, wie zuletzt bei Walküre gesehen. 

Im Mittelpunkt stehen dabei Szenen, in denen man jüdisch-amerikanische Soldaten sieht, wie sie deutsche Soldaten skalpieren, erschießen, strangulieren und anderweitige Gräueltaten ausüben.

"All die deutschen Historiker und Kommentatoren, die bei Tom Cruise und seinem doch sehr um Korrektheit bemühten Stauffenberg schon wild nach Luft schnappten - die wird es bei "Inglorious Bastards" vor Schreck auf der Stelle zerreißen", schreibt Tobias Kneibe, Redakteur der Süddeutschen Zeitung.

In dem Film mit reichhaltigem Staraufgebot spielen unter anderem Brad PittSimon Pegg und Mike Myers mit, und von deutscher Seite Till Schweiger, Daniel Brühl und Diane Kruger.

Kneibe, der anmerkte, dass er das provokative Material interessant finde, schreibt weiterhin: "Hier trifft die Popkultur mit bisher nicht gekannter Wucht auf Nazideutschland und zugleich auf den Holocaust - und die Wirkung dieser Kollision ist noch kaum abzusehen."

In der Geschichte geht es um acht jüdisch-amerikanische Soldaten, die, angeführt von einem Rebell (gespielt von Brad Pitt), sich an den Nazis im von Deutschland besetzten Frankreich rächen. Jeder dieser Soldaten ist darauf aus, 100 Nazi-Skalps zu sammeln. Ein weiterer Handlungsbogen zeigt ein französisches Mädchen, das auf einer persönlichen Rachetour den Nazis gegenüber ist. Beide Handlungsstränge laufen am Ende zusammen.

Auch wenn Adolf Hitler, Winston Churchill und Joseph Goebbels in dem Drehbuch vorkommen, scheinen sich die Kritiker einig zu sein, dass der Film sich nicht allzu sehr um historische Korrektheit bemüht. 

Die Weinstein Company und Universal fungieren als Co-Produzenten bei dem Film, den man fast komplett in den Studio Babelsberg drehen wird. Er qualifiziert sich damit für staatliche Filmförderungsmittel, was die Kritiken vermutlich weiter anfachen wird.

Die Dreharbeiten sollen am 13. Oktober beginnen.

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