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Elizabeth Taylor, Jame Dean, Giant

Giant Productions

Wieso nur hat Elizabeth Taylor, die allem Anschein nach neun Leben hatte, nie ihre Memoiren geschrieben?

Vielleicht, weil sie zu viel wusste! Zum einen hätte sie vielleicht gar nicht gewusst, wo anfangen, zum anderen kannte sie wahrscheinlich so viele intime Geheimnisse, dass man es ihr nicht verdenken kann, dass sie nicht darüber reden wollte. Zum Beispiel über James Dean, mit dem 1956 Giganten drehte.

Vor 14 Jahren verriet sie einem Journalisten ein Geheimnis über Dean, aber nur, nachdem der Journalist ihr versprochen hatte, er würde es zu ihren Lebzeiten nicht preisgeben. 

"Ich hatte Jimmy sehr gern", wird sie in einem Essay von Kevin Sessums in Daily Beast zitiert, in dem er sich an ein Interview mit Taylor im Jahre 1997 erinnert, das sich um ihre AIDS-Tätigkeit drehte.

"Ich werde Ihnen was erzählen, aber das ist inoffiziell, und zwar solange ich lebe, ok?", sagte Taylor. "Nach dem Tod von Jimmys Mutter, als er gerade mal elf Jahre alt war, wurde er von seinem Gemeindepriester missbraucht. Ich glaube, dass er nie darüber hinwegkam. Nein, ich bin mir sicher, dass er nicht darüber hinwegkam. Wir haben oft darüber geredet. Als wir Giganten drehten, blieben wir oft lange wach und redeten, und das war eins der Dinge, die er mir gestand."

Dean starb in einem Autounfall, bevor Giganten in die Kinos kam. Er wurde gerade mal 24 Jahre alt.

Das war aber nicht der einzige Fall, bei dem Taylor mit einem Star in Berührung kam, der auf tragische Weise viel zu früh starb. Montgomery Clift war ihr Co-Star in Ein Platz an der Sonne und wurde ein enger Freund, der mit Depressionen kämpfte und durch einen Autounfall 1957 entstellt wurde. Er trank sich im Alter von 45 Jahren zu Tode.

Wer weiß, wie viele Geheimnisse Taylor mit ins Grab nahm, als sie am Mittwoch verstarb.

Sie hatte über die Jahre zwei Bücher geschrieben, Vom Dicksein, vom Dünnsein, vom Glücklichsein (1988) in dem es um ihre dramatischen Gewichtsschwankungen ging und dann noch Elizabeth Taylor: My Love Affair With Jewelry (2003), aber in keinem erwähnte sie irgendetwas über die persönlichen Probleme ihrer Kollegen.

"Ich müsste die Gegenwart verlassen und in die Vergangenheit eintauchen", erzählte sie Sessums und erklärte damit, warum sie nie ihre Memoiren schrieb. "Man kann die Zukunft nicht voraussagen und in meinem Leben gab es so viele erschreckende Zukunftsmomente, dass ich nicht glaube, dass diese vorbei sind."

FOTOS: Elizabeth Taylor, 1932-2011