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 Elizabeth Taylor

Hulton Archive/Getty Images

Elizabeth Taylor, die im Alter von 79 Jahren verstarb, beschäftigte sich nicht mit dem Tod, da sie diesem in der Vergangenheit bereits einige Male nahe gewesen war.

Sie sagte einmal: "Ich bin eine Überlebenskünstlerin und ein gutes Beispiel dafür, was Leuten widerfahren kann und wie sie es trotzdem schaffen zu überleben."

Neun Leben

In den 40ern war Taylor ein wunderschöner Kinderstar, der mit Kleines Mädchen, großes Herz und Heimweh die Herzen aller gewann. In den 50ern und 60ern war sie ein Star, der neben anderen Stars wie Paul Newman (Die Katze auf dem heißen Blechdach), James Dean und Rock Hudson (Giganten) zu sehen war, und sie war die Erste, die in Hollywood $1 Million an Gage einstrich. In ihren späteren Jahren war sie einfach nur eine große Dame, die sich keine schlechten Entschuldigungen für ihre Exzesse ausdachte.

Taylor war die erste Schauspielerin, die fast für Tod erklärt wurde und danach zwei Academy Awards gewann.

Elizabeth, die ihren Kosenamen Liz hasste, machte keine halben Sachen!

Die Anfänge

Elizabeth Rosamond Taylor, geboren am 27. Februar 1932 in London, hatte amerikanische Eltern. Sie kam 1939 nach Hollywood, als ihre Eltern vor den Nazis flohen. Mit zehn Jahren wurde sie bei Universal Pictures unter Vertrag genommen und war 1942 in der Komödie There's One Born Every Minute zu sehen.

Doch Universal schien ihre Leinwandpräsenz nicht wahrzunehmen - man entließ sie aus ihrem Vertrag. Taylor landete bei MGM.

Ihr erster Film mit dem neuen Studio war Heimweh (1943), an der Seite eines anderen Kinderstars, Roddy McDowall, der ein guter Freund von ihr wurde.

Danach spielte sie 1944 in Kleines Mädchen, großes Herz mit, ein Film, der ihr ihren Durchbruch verschaffte - und ihre gesundheitlichen Probleme einläutete.

Die Zwölfjährige fiel vom Pferd, die daraus resultierende Rückenverletzung führte zu chronischen Rückenschmerzen. Im Laufe ihres Lebens folgten etliche andere gesundheitliche Probleme: eine Notfall-Tracheotomie (ein Nebenprodukt einer fast tödlichen, doppelten Lungenentzündung) (1961), schwere Atemwegserkrankung (1990), eine beidseitige Hüftoperation (1995), Herzfunktionsstörungen (1996), ein gutartiger Hirntumor (1997), ein gebrochener Rücken (1998), ein weiterer gebrochener Rücken (1999), Lungenentzündung (2000), Hautkrebs (2002), ein gebrochener Fuß (2003), eine Herzoperation (2009) und kongestive Herzinsuffizienz, ein Zustand, der seit Anfang der Jahrtausendwende immer wieder zurückkehrte. Die Gesundheitsprobleme nährten ihre Alkohol- und Tablettensucht, aufgrund derer sie zweimal im Entzug landete (1983 und 1988).

Während der Lungenentzündungen erhielt sie bereits die Sterbesakramente und sie selber sagte einmal, dass sie "das Licht am Ende des Tunnels" sah."

FOTOS: In Erinnerung an Elizabehth Taylor, 1932-2011

 

Ehen und Scheidungen

Als Taylor im Alter von 17 Jahren Vater der Braut drehte, verlobte sie sich mit William Pawley Jr.

Sie heirateten jedoch nie, stattdessen heiratete Taylor Nicholas Conrad Hilton Jr., den Hotel-Mogul und Großonkel von Paris und Nicky Hilton.

Die Ehe hielt weniger als neun Monate, Jahre später tauchten Berichte auf, in denen es hieß, Hilton habe sie misshandelt.

Taylor wurde im Alter von 20 Jahren die Mutter eines Sohnes, den sie mit ihrem zweiten Ehemann, dem Schauspieler Michael Wilding bekam. Das Paar hatte einen weiteren Sohn, bevor die Ehe 1957 endete.

Im selben Jahr heiratete die 24-jährige Taylor den Produzenten und Impresario Mike Todd. Auch mit Mike hatte sie ein Kind, eine Tochter. Die Ehe kam zu einem tragischen Ende, als Tood 13 Monate später in einem Flugzeugunfall ums Leben kam.

Dann kam Eddie Fisher.

Skandale

1958 war Fisher ein erfolgreicher Sänger, TV-Star und der Ehemann von Debbie Reynolds. Fisher und Reynolds waren mit Todd und Taylor befreundet. Als Todd verunglückte, tröstete Fisher Taylor und die beiden kamen sich näher.

Durch die Affäre kam es zur Scheidung und Fisher heirate Taylor 1959.

Im Oktober 1959 wurde Taylor in der Titelrolle von Cleopatra gecastet, für eine Gage von $1 Million. Das machte sie zum ersten Hollywood-Star - männlich und weiblich - der eine siebenstellige Gage erhielt.

Anfangs machte Taylors Gage die Hälfte vom Budget von Cleopatra aus, am Ende war das Budget 40-mal so hoch.

Cleopatra wurde zum Desaster. Die Produktion wurde durch schlechtes Wetter unterbrochen und es gab zahlreiche Sets, die gebaut, wieder abgerissen und neu gebaut wurden. Ein Regisseur stieg aus und Co-Stars ebenso. Es gab Probleme mit dem Drehbuch und die Hauptdarstellerin drohte, an Lungenentzündung zu sterben.

Im April 1961 hatte sich Taylor jedoch wieder erholt und bekam ihren ersten Oscar für Telefon Butterfield 8.

Doch weiter mit CleopatraRichard Burton wurde in der Rolle von Marc Antony besetzt, Taylors Leinwand-Liebhaber, und schon bald wurde er auch abseits der Leinwand ihr Geliebter. Dies führte zur Scheidung von Burton und seiner damaligen Frau und Taylors Scheidung von Fisher.

Cleopatra kam 1963 in die Kinos, gewann vier Oscars und setzte damals beachtliche $26 Millionen um. Das einzige Problem: Die Produktion hatte $44 Millionen gekostet - das Äquivalent zu einer $300 Millionen-Produktion heutzutage.

Diese Tatsache brachte Taylors Karriere zum Straucheln.

Der Übergang

Nach Cleopatra spielte Taylor nie wieder in einem Film epischen Ausmaßes oder einem Blockbuster mit. Mit Anfang 30 wurde sie zur Charakterdarstellerin und spielte in Filmen wie John HustonReflections of a Golden Eye und Wer hat Angst vor Virginia Woolf? mit, welcher ihr den zweiten Oscar einbrachte.

Burton wurde zu Taylors Karriere. Sie spielten zusammen in acht Filmen, unter anderem Virginia Woolf, die meisten davon waren nicht sehr gut. An das Power-Paar Katherine Hepburn und Spencer Tracy kamen Taylor und Burton nicht heran.

1964 adoptierte das Paar eine Tochter und es blieb lange genug zusammen, um einen zehnten Hochzeitstag zu feiern. Kurz darauf endete die Ehe jedoch. 1975-76 waren sie nochmals kurz verheiratet.

In den 70er Jahren war ihre Filmkarriere tot. Während ihrer Ehe zu US-Senator John Warner, ihrem siebten Ehemann (1976-82), nahm Taylor stark zu und wurde zur Witzfigur für Komiker wie John Belushi und Joan Rivers.

Sie war in der Soap General Hospital zu sehen und spielte am Broadway, und dort sogar wieder mit Burton. 1985 starb ihr guter Freund Hudson an AIDS und Taylor sagte der Immunkrankheit den Kampf an. Sie gründete die "American Foundation for AIDS Research" und später die "Elizabeth Taylor AIDS Foundation" und den "Elizabeth Taylor Endowment Fund". Sie brachte ihre eigene Parfümkollektion heraus. Und sie heiratete wieder.

1988, als sie sich im Betty Ford Center im Entzug befand, lernte sie Larry Forensik kennen, einen Patienten und Bauarbeiter, der 20 Jahre jünger war. 1991 heirateten die beiden auf Michael Jacksons Neverland Ranch.

Die Ehe hielt vier Jahre.

Burton, den Taylor neben Todd als "eine meiner zwei größten Lieben" bezeichnete, starb 1984, im Alter von 58 Jahren.

Taylors letzter Film war Flintstones - Familie Feuerstein (1994). 

Die große Dame

Wenngleich Taylor im Alter ihre Karriere auch nicht mehr aufleben ließ, erhielten ihre Filme in jüngeren Jahren etliche Ehrungen, angefangen beim American Film Institute, über den Kennedy Center bis zur Motion Picture Academy. Sie wurde sogar von der britischen Königin geadelt, die sie 2000 zur "Dame of the British Empire" ernannte.

2003 gab Taylor ihren Rückzug aus dem Showgeschäft bekannt. Bei seltenen Auftritten in der Öffentlichkeit saß sie meist im Rollstuhl. 2006 behaupteten australische und britische Medien, dass Taylor "an der Schwelle des Todes" stehe. Ihr Publizist dementierte die Meldungen. Einen Monat später behauptete der National Enquirer, dass Taylor an Alzheimer erkrankt sei. Taylor selber dementierte diese Behauptung.

Taylor überlebte den Autoren der New York Times, der mehrfach ihr Memorandum schrieb, um fast sechs Jahre.

Taylor hatte zwar Hollywood den Rücken gekehrt, wollte aber weiterhin für wohltätige Zwecke tätig sein. "Es gibt noch so viel zu tun", erzählte sie der Associated Press 2005. "Ich kann mich nicht einfach selbstgefällig zurücklehnen und das sollte auch sonst keiner tun. Ich sitze zwar im Rollstuhl, komme aber noch herum."

Sie gab mal Folgendes zu: "Mein Leben hatte so viele Höhen und Tiefen, dass es manchmal sogar mir den Atem raubt."

Fotos: Elizabeth Taylor, 1932-2011