Natasha Richardson

AP Photo/Evan Agostini

Natasha Richardson ist ihren Verletzungen erlegen.

Die Schauspielerin wurde am Mittwoch in einem New Yorker Krankenhaus für tot erklärt, nachdem alle lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt worden waren. Sie war 45 Jahre alt.

Man plane "eine kleine private Bestattung" berichteten Freunde, die im Namen der hinterbliebenen Familie mit E! News sprachen.

Die Frau von Liam Neeson und Tochter der Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave und Tony Richardson wurde am Montag nach einem Sturz beim Skifahren in ein Krankenhaus in Montreal eingeliefert. Am Dienstag wurde die Schauspielerin dann in Begleitung von Neeson nach New York geflogen und anschließend im Lenox Hill Hospital in Manhattan für tot erklärt.

"Liam Neeson, seine Söhne und die gesamte Familie sind über den tragischen Tod ihrer geliebten Natasha schockiert und am Boden zerstört", sagte Neesons Sprecher Alan Nierob in einem Statement. „Sie bedanken sich bei allen für die Unterstützung, Liebe und Gebete, die ihnen entgegengebracht wurden und bitten um Wahrung ihrer Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit."

Auch wenn sie manchmal von ihren Familienmitgliedern überschattet wurde, wurde Richardson einst für ihre Breakout-Performance in Patty Hearst, der Filmbiografie aus dem Jahre 1988 über die entführte Verlagserbin, als „großer Star" gefeiert.

Der New York Times-Autor Vincent Canby schrieb damals über die 25-jährige Darstellerin, sie habe sich mit dem Film "in der internationalen Filmbranche einen eigenen Namen gemacht. Von nun an wird ihre Blutlinie nur noch im Zusammenhang mit dem Who is Who in Film und Theater beachtet werden."

Und während Richardson einen Tony für Sam Mendes' rabenschwarzes Remake von Cabaret gewann und in den Filmen Die Geschichte der Dienerin und Ein Zwilling kommt selten allein (mit Dennis Quaid und einer jungen Lindsay Lohan) herausragende Rollen spielte, stand ihre Blutlinie schon immer im Rampenlicht. Das gilt besonders für ihre Heimat Großbritannien, wo der Redgrave-Name legendär ist und bis zu ihrem Großvater Michael Redgrave, einer Theatergröße, zurückreicht.

"Es hat mehr mit der Auffassung anderer Menschen über mich zu tun, als mit meiner eigenen Auffassung über mich selbst", erzählte Richardson dem London Observer 2003.

Durch ihre Hochzeit mit Neeson, ihrem Co-Star in dem Jodie Foster-Film Nell im Jahre 1994, konnte sie ihrem Universum, das bereits aus Lynn Redgrave (Gods and Monsters) und ihrer Schwester Joely Richardson (Nip/Tuck) bestand, einen weiteren großen Namen hinzufügen. Das Paar hat zwei Söhne, Richard Antonio, 13, und Daniel Jack, 12.

Richardson erblickte am 11. Mai 1963 das Licht der Welt, demselben Jahr, als ihr Vater, ein Filmemacher und Theaterdirektor Tom Jones drehte. Die Komödie mit Albert Finney brachte dem älteren Richardson einen Oscar für die beste Regie und den besten Film ein.

"Als ich drei war, hat mein Vater mit mir Hoppe-Reiter gespielt und dabei  'Filme, Filme, Filme gesagt'", erinnerte sich Richardson 1998.

Tony Richardson verstarb im Jahr 1991.

Als Richardson 14 war gewann ihre Mutter Vanessa Redgrave den Oscar als beste Nebendarstellerin für Julia.

Als Richardson in die Fußstapfen ihrer Familie trat, wusste sie sehr wohl, wie die Welt sie beurteilen würde: „Es ist sehr hilfreich, die Tochter berühmter Eltern zu sein", erzählte sie 1988 der New York Times. „Die Türen öffnen sich dir aus schierer Neugier und wenn du eine Rolle ergatterst, wirst du durch ihre Hilfe und ihre eigene Arbeit inspiriert."

Zu Beginn ihrer Karriere stand Richardson 1985 ihrer Mutter auf deren Territorium gegenüber: der Londoner Theaterbühne.   

"Es war Die Möwe und sie überschattete mich, aber wir hatten sowieso nicht viele gemeinsame Szenen", erzählte Richardson dem Observer.

Trotzdem konnte Richardson nicht genug davon bekommen. 2007 spielte sie Redgraves Tochter in dem Mutter-Tochter-Drama Spuren eines Lebens. Diesen Januar verführten sie und die 72-jährige Redgrave das New Yorker Publikum mit einer einmaligen Konzert-Version von Stephen Sondheims Das Lächeln einer Sommernacht. Die beiden hätten nächstes Jahr in einem im großen Stil angelegten Broadway-Remake des Musicals mitwirken sollen.

Richardson hat sich zwar im Film keinen großen Namen gemacht, galt aber als erstklassiger Star auf der New Yorker Bühne. Neben Cabaret war sie am Broadway in Anna Christie, Endstation Sehnsucht und Hautnah zu sehen, das Beziehungsdrama, das 2004 verfilmt wurde (mit Julia Roberts in der Rolle, die einst von Richardson gespielt wurde).

Zu Richardsons weiteren Filmen gehörten: Waking Up in Reno mit Billy Bob Thornton und Manhattan Love Story mit Jennifer Lopez und Ralph Fiennes.

Als sie 1998 von dem Interviewer Charlie Rose gefragt wurde, ob sie sich angesichts ihrer Vergangenheit einen anderen Karriereweg hätte vorstellen können, antwortete Richardson verständlicherweise mit einem Nein.

"Trotz aller Anstrengungen und Schwierigkeiten führe ich ein bezauberndes Familienleben mit meinen beiden Jungs und meinem Mann und meinem Haus und meinen Freunden und darf als Zigeunerin manchmal diese Rollen spielen", sagte sie.

„Die Schauspielerei war mein Traum und es ist für mich undenkbar, etwas anderes zu tun."

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